Das Schreckgespenst namens Cyanobakterien
Cyanobakterien können einem gleich an mehreren Fronten zu schaffen machen. Plötzlich sieht das Wasser nicht mehr gut aus, der Teich verliert an Stabilität, die Fische können unter Stress geraten, und bei einem Schwimmteich stellt sich zusätzlich noch eine ganz praktische Frage – kann man darin überhaupt noch sicher baden? Genau deshalb ist es gut zu wissen, was Cyanobakterien eigentlich sind, warum sie im Teich auftreten und wie man sie so in den Griff bekommt, dass sie in den Sommerferien nicht zu einem regelmäßigen ungebetenen Gast werden.
Cyanobakterien sind keine Algen
Oft werden sie als Blaualgen bezeichnet, doch das ist irreführend. Cyanobakterien (lateinisch Cyanobacteria) sind nämlich keine Algen, sondern mikroskopisch kleine photosynthetische Bakterien. Auf den ersten Blick können sie ähnlich aussehen wie grünes Wasser oder ein feiner Belag auf der Oberfläche, und genau deshalb werden sie oft mit Algen verwechselt. Aus biologischer Sicht handelt es sich aber um eine andere Organismengruppe, und auch ihr Verhalten im Teich ist anders.
Im Teich können sich Cyanobakterien als blaugrüne, türkisfarbene oder bräunliche Trübung zeigen, manchmal als fettig wirkender Belag, manchmal als angesammelte Schicht am Rand oder auf der Wasseroberfläche. Bei grünem Wasser ist auf den ersten Blick oft nicht klar, ob es sich um einzellige Algen oder gerade um Cyanobakterien handelt.
📌TIPP: Praktisch lässt sich das grob mit einem einfachen Test feststellen – wenn Sie grünes Wasser in eine durchsichtige Flasche füllen und eine Weile stehen lassen, kann sich bei Cyanobakterien an der Oberfläche eine hellgrüne Schicht bilden, während darunter klareres Wasser zurückbleibt. Das ist ein nützliches erstes Signal, auch wenn absolute Sicherheit erst eine Wasseranalyse bringt.

Wie Cyanobakterien im Teich entstehen
Cyanobakterien lieben Situationen, in denen ihnen der Teich selbst angenehme Bedingungen schafft. Am häufigsten breiten sie sich in warmem, eher stehendem und nährstoffreichem Wasser aus. Eine große Rolle spielen vor allem ein Überschuss an Phosphor und Stickstoff, die Ansammlung organischer Rückstände, eine schwächere Wasserzirkulation, eine überlastete oder schlecht angelaufene Filterung, Überfütterung der Fische und lange heiße Tage. Wenn diese Faktoren zusammenkommen, bekommen Cyanobakterien genau das, was sie brauchen.
Gerade deshalb treten Cyanobakterien häufig im Sommer auf, nach Hitzeperioden, nach starken Regenfällen, nach stärkerer Verschmutzung des Wassers oder in Teichen, in denen sich über längere Zeit Schlamm, Pflanzenreste und andere organische Stoffe ansammeln. Auf dem Papier mag das kompliziert wirken, in Wirklichkeit ist es aber ziemlich einfach – wenn im Teich zu viele Nährstoffe vorhanden sind und das Gleichgewicht gestört ist, haben Cyanobakterien ideale Lebensbedingungen.
Warum Cyanobakterien ein Problem sind
Bei Cyanobakterien ist das größte Problem nicht nur, dass das Wasser unansehnlich aussieht. Einige Arten können Cyanotoxine bilden, also Stoffe, die für Menschen und Tiere schädlich sind. Gleichzeitig führt eine starke Entwicklung und der anschließende Zerfall der Cyanobakterienblüte zu weiteren Problemen – das Wasser wird schlechter durchlichtet, der Gasaustausch verschlechtert sich und der Sauerstoffgehalt kann sinken. All das ist eine schlechte Nachricht für die Fische und für die allgemeine Stabilität des Teichs.
Fische können bei starkem Auftreten von Cyanobakterien unter Stress geraten, geschwächt werden und in extremen Fällen sogar durch Toxine oder Sauerstoffmangel gefährdet sein. Bei länger anhaltenden Problemen riecht das Wasser außerdem unangenehm.
📌Achtung: Und das ist längst nicht alles. Gefährdet sein können auch Haustiere, die aus dem Wasser trinken oder hineingehen.
Und was ist mit den Teichpflanzen?
Auch Pflanzen kommen mit Cyanobakterien nicht besonders gut zurecht. Eine dichte Entwicklung von Cyanobakterien schränkt das Eindringen von Licht ins Wasser ein und verschlechtert die Bedingungen für untergetauchte Pflanzen. Wenn sich das Wasser dazu noch langfristig überhitzt und mit Nährstoffen überladen ist, beginnen Pflanzen oft zu stagnieren, gedeihen schlechter und der ganze Teich verliert sein natürliches Gleichgewicht. Cyanobakterien müssen die Pflanzen also nicht direkt abtöten, können sie aber genauso schwächen wie die Fische.
Vorsicht vor Cyanobakterien im Schwimmteich
Bei einem Schwimmteich ist besondere Vorsicht geboten. Der Kontakt mit Wasser, das Cyanobakterien oder ihre Toxine enthält, kann Hautreizungen, Ausschlag, Brennen der Augen, Reizungen von Nase und Rachen, Husten, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall verursachen. Eine kurzfristige Freizeitexposition kann bei empfindlicheren Menschen auch stärkere Reaktionen auslösen, und in schwereren Fällen wurden sogar ernstere gesundheitliche Komplikationen beschrieben.
Deshalb gilt eine einfache Regel – wenn das Wasser irgendwie verdächtig aussieht, unangenehm verfärbt ist, sich ein Belag bildet, Schaum auf der Oberfläche entsteht oder es riecht, sollten Sie nicht in den Schwimmteich gehen. Und das gilt nicht nur fürs Schwimmen. Schon der bloße Kontakt mit dem Wasser, spritzende Tropfen oder das Einatmen von Aerosolen beim Spielen, Pumpen oder beim Betrieb von Wasserelementen können riskant sein. Bei Kindern und Tieren ist doppelte Vorsicht angebracht.
Und wie lange sollte man nicht baden?
Auf jeden Fall während der gesamten Zeit, in der sichtbare Anzeichen einer Cyanobakterienblüte vorhanden sind. Außerdem sollte man daran denken, dass Toxine auch beim Zerfall der Zellen ins Wasser freigesetzt werden können. Deshalb ist es nicht unbedingt vernünftig, sofort wieder ins Wasser zu gehen, nur weil der grüne Belag verschwunden ist. Bei einem Schwimmteich ist sicheres Baden erst dann wieder sinnvoll, wenn das Wasser erneut klar ist, keinen Belag und keinen Geruch mehr aufweist, der Teich nach dem Eingriff stabilisiert ist und die Wasserqualität im Idealfall überprüft wurde.

Wie man Cyanobakterien loswird
Hier ist es wichtig, nach der Ursache zu suchen. Bei Cyanobakterien funktioniert am besten eine Kombination aus mehreren Schritten.
1. Entfernen Sie zuerst so viel organische Belastung wie möglich aus dem Teich
Wenn sich im Wasser Schlamm, Pflanzenreste, Laub oder andere organische Abfälle befinden, müssen diese herausgeholt werden. Je mehr Nährstoffe und sich zersetzende Masse im Teich bleiben, desto mehr Nahrung haben die Cyanobakterien. Für die mechanische Nachreinigung von Teichboden und Verunreinigungen eignet sich Attack Pond, das dabei hilft, Schmutz vom Boden zu lösen und seine Entfernung zu erleichtern. Und natürlich geht es nicht ohne den guten alten Kescher.
2. Unterstützen Sie das biologische Gleichgewicht des Wassers
Sobald Sie dem Teich einen Teil der Belastung genommen haben, muss dem Wasser geholfen werden, wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Am besten helfen dabei nützliche Teichbakterien. Unser Präparat Bacter Pond unterstützt den Abbau organischer Rückstände und den Verbrauch von Nährstoffen, die sonst Cyanobakterien und anderen Problemen in die Hände spielen würden. Wenn Sie die biologische Filterung neu starten oder reinigen, vergessen Sie auch Filter Pond nicht, das hilft, die Filterung wieder zu besiedeln und in Form zu bringen.
3. Senken Sie den Phosphorgehalt im Wasser
Cyanobakterien lieben – genauso wie Algen – nährstoffreiches Wasser. Deshalb ist es oft sehr wirksam, zu einem Präparat zu greifen, das gezielt mit Phosphor arbeitet. Fosfoff Pond bindet Phosphor aus dem Wasser und hilft so, die Bedingungen einzuschränken, unter denen Cyanobakterien überleben. Dieser Schritt behandelt zudem nicht nur die Folge, sondern auch eine der Hauptursachen – den Nährstoffüberschuss, der gerade durch die Anwesenheit von Phosphor entsteht.
4. Kontrollieren Sie den pH-Wert und die allgemeine Wasserqualität
Die Messung des pH-Werts hilft Ihnen festzustellen, ob das Wasser stärker schwankt, als es sollte. pH-Schwankungen verschlechtern nämlich die Bedingungen für Fische und für das gesamte biologische Gleichgewicht, und bei einem problematischen Teich ist das ein weiteres Puzzlestück, das sich im Blick zu behalten lohnt.

Wie man verhindert, dass Cyanobakterien zurückkehren
Cyanobakterien einmal loszuwerden, ist die eine Sache – ihnen aus dem Teich keine Sommerresidenz zu machen, ist die andere. Und ganz einfach ist dieser Weg nicht immer.
Hilfreich ist vor allem:
- regelmäßig Laub, Schlamm und abgestorbene Pflanzenteile zu entfernen
- die Fische nicht zu überfüttern
- die Filterung nicht nur „halbherzig“ laufen zu lassen
- Saisonbakterien laufend zu ergänzen
- einen Phosphorüberschuss im Wasser im Blick zu behalten
- das Wasser nicht dauerhaft überhitzen und unbewegt stehen zu lassen
Nutzen Sie Pflanzen als Unterstützung
Auch Pflanzen spielen eine große Rolle, weil sie zur Beschattung beitragen und dem Wasser einen Teil der Nährstoffe entziehen. Allein halten sie Cyanobakterien zwar nicht auf, aber in einem gut funktionierenden Teich sind sie ein wichtiger Teil der Vorbeugung. Genauso gilt: Je früher Sie die ersten Anzeichen einer Verschlechterung des Wassers erkennen, desto kleiner ist der nötige Eingriff.
Wiederholung ist die Mutter der Weisheit
Cyanobakterien sind nicht einfach nur gewöhnliches grünes Wasser. Es sind Bakterien, keine Algen, und im Teich können sie für Fische, Pflanzen, Haustiere und Menschen problematisch sein. In einem Schwimmteich sollte ihr Auftreten deshalb ernst genommen werden, und man sollte besser nicht ins Wasser gehen, solange die Situation nicht wirklich gelöst ist. Am besten funktioniert eine Kombination aus mechanischer Reinigung, dem Abbau organischer Belastung, der Unterstützung von Bakterien, der Arbeit mit Phosphor und einer laufenden Vorbeugung.
Autor: Bc. Andrea Bělohradská
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